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Warum ich als Unternehmer auch Philosoph bin

„Mensch, so funktioniert das einfach nicht. Gerade jetzt wäre eine Führungskraft doch wirklich sinnvoll …“

Sie werden sich vielleicht wundern, aber solche Wortmeldungen höre ich auch in der Alois Heiler GmbH immer mal wieder. Vornehmlich dann, wenn ein Prozess noch nicht ganz rund läuft oder sich Mitarbeiter in einer ungewohnten Situation wiederfinden.

Ich weiß, dass ihnen eine Erklärung im Sinne von: „Naja, aber bei uns gibt es eben keine Führungskräfte mehr“, nicht weiterhilft. Daher gehe ich lieber direkt in einen fast schon philosophischen Austausch mit meinen Mitarbeitern – mit großem Erfolg.

Der Aufklärer in mir

Natürlich gehe ich nicht so weit und halte im Unternehmen einen Vortrag über Aufklärung und Humanismus – damit würde ich doch etwas über das Ziel hinausschießen. Doch als Unternehmer wie auch als Betriebskatalysator ist es durchaus von Vorteil, ein gewisses philosophisches Grundgerüst in petto zu haben. Ganz besonders wenn Sie das Bewusstsein für Lernprozesse und einen gesunden Umgang mit Scheitern stärken wollen. 

Denn warum tut eine Situation, in der etwas nicht rund läuft, weh? Und warum darf ich oder muss ich diese Schmerzen zulassen? Das gilt es philosophisch zu hinterfragen. 

Vielleicht hatte ich bisher mit Reklamationsbearbeitung nichts zu tun und muss bei akutem Personalengpass plötzlich feststellen, dass ich in diesem Thema nicht wirklich helfen kann. Vielleicht versuche ich sogar zu helfen und mache dabei Fehler, die zu unangenehmen Kundengesprächen führen. Bewusste Inkompetenz ist die schmerzhafteste Phase – gehört aber zu jedem richtigen Lernprozess dazu. 

Es muss Sinn machen

Auch ich komme nicht drumherum, dass Situationen mal wehtun. Vielleicht nicht im physischen Sinne des Wortes, aber auf psychischer Ebene. Ich möchte beispielsweise seit vielen Jahren lernen, Gitarre zu spielen. Mehrere Versuche haben mich in der Phase der bewussten Inkompetenz scheitern lassen. Genau gleich erging es mir mit meinem Versuch, Spanisch zu lernen. Warum zieht man solche Vorhaben nicht einfach durch? Oftmals fehlt es natürlich an Disziplin und Ausdauer. Dem übergeordnet meine ich aber, der Beweggrund für das Lernen, der Sinn dahinter ist nicht stark genug. 

Im Unternehmensalltag beobachte ich bei meinen Mitarbeitern, dass neue Herausforderungen, neue Lernprozesse grundsätzlich wehtut. Sie sehen, dass ein Kollege etwas bereits umsetzen kann, an dem sie noch zu knabbern haben – und resignieren manchmal vorschnell. Weil sie sich nicht bewusst sind, dass sie sich in einem völlig normalen Lernprozess befinden, zu dem Lernen und Scheitern gleichermaßen gehören. In solchen Momenten ist es wichtig, sich den Sinn für diesen Lernprozess klar zu machen.

Der ewige Schüler

Um genau dieses Bewusstsein auch meinen Mitarbeitern mitgeben zu können, muss ich als Unternehmer und Philosoph also dafür sorgen, dass ich ihnen eine Struktur zur Verfügung stelle, die ihren Lernprozess unterstützt. Sowie das Scheitern, das unumstößlich damit verbunden ist, zulässt. Denn so können wir an neuen Herausforderungen wachsen.

Erfreulicherweise kommt mir an dieser Stelle eine Sache zugute, in der wir alle – ich und Gebhard ebenso wie die Mitarbeiter – bereits zu Hause sind: unsere Kultur des konstruktiven, ehrlichen Feedbacks. Wir wissen, dass Scheitern und aus Fehlern zu lernen der beste Lernprozess ist. Durch ehrliches Feedback erkennen wir sehr gut eigene Stärken und Schwächen und gewinnen Orientierung bei der Sinnfrage „Wozu der ganze Stress?“. Schließlich ist eine neu erlernte Kompetenz immer ein Gewinn – sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich. Das gilt für das Gitarre spielen, das Sprache lernen oder auch die Reklamationsbearbeitung. Bei Heiler leben wir diese Philosophie mit großer Überzeugung.

 

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