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Das Ende einer Ära! Verantwortung für jeden

Obwohl die Belegschaft schon seit einigen Monaten ihren Urlaub untereinander selbst regelte, kam eines Tages Franz mit einem Urlaubsantrag zu mir. Er wollte zur selben Zeit Urlaub wie einige Kollegen, die sich die freien Tage schon in den Urlaubskalender eingetragen hatten. Ich fragte ihn, warum er zu mir kommt. Franz zuckte mit den Schultern: „Du bist der letzte Vorgesetzte, der uns geblieben ist!“

Es geht auch ohne

Tatsächlich! Einige Führungskräfte verließen uns, weil sie sich nicht in einer selbstgesteuerten Organisation sahen, andere glaubten, das sei das Ende des Unternehmens und gingen ebenfalls. Als sich dann drei Monate vor diesem Gespräch der letzte Prokurist verabschiedete, endete in der Firma Heiler die Ära der Manager. Mir wurde das erst in dieser Situation mit Franz so richtig bewusst und mir wurde klar: Es gab die letzten Monate keine Verantwortlichen und trotzdem lief der Betrieb ganz normal weiter. Ein Unternehmen funktioniert auch ohne Führungskräfte!  

Als Freund von Hierarchien werden Sie jetzt vielleicht ähnliche Gegenargumente hervorbringen wie einige unserer Mitarbeiter. Die argumentierten beispielsweise, dass ein Auftraggeber – gerade in stürmischen Zeiten – den Verantwortlichen sprechen will und nicht einen Handlanger. Andere befürchteten das totale Chaos, wenn jeder nach seiner eigenen Pfeife tanzt, und wieder andere glaubten, dass der „kleine Mitarbeiter“ nicht den Blick für das große Ganze hat und mit all den Informationen gar nicht umgehen kann. 

Den Kopf zum Denken nutzen

Gebhard und ich sind allerdings der Meinung, dass solche Befürchtungen die Mündigkeit der Menschen generell in Frage stellen. Diese Menschen sind doch auch tagtäglich in der Lage ein Auto zu fahren, einkaufen zu gehen und andere komplexe Tätigkeiten zu erledigen – eigenständig!

Eben auf dieser Eigenständigkeit basiert unser Ansatz. Wir setzen auf Menschen, die reif genug sind, den Unternehmensalltag selbstständig zu meistern. Und bereit, sich in strukturelle und strategische Entwicklungen einzubringen. Dennoch stellten sich viele Mitarbeiter anfänglich dagegen. Zunächst fiel es uns schwer, das zu verstehen. Dann erkannten wir: Sie vertrauten auf einen Schlagmann. 

Kommando, bitte!

Mehr noch als im Alltag, wünschen sie sich in Krisen, dass ein anderer das Ruder und damit die Verantwortung in die Hand nimmt. Bei vorhersehbaren Krisenszenarien klappt das sogar. Dann peitscht der Kapitän seine Mannschaft gegen den Sturm, der General gibt den Befehl in die Schlacht zu ziehen. Rangordnungen garantieren den Erfolg in Notlagen – aber eben nur, wenn das Vorgehen immer dem gleichen Schema entspricht. Bei Heiler ist keine Installation wie die andere. Sonderwünsche sind an der Tagesordnung. Da ist es unmöglich, dass ich bei allen Normabweichungen von „oben“ Anordnungen gebe. Einzelne Prozessschritte wie Aufmaß, Konstruktion und Glaseinkauf verlangen spezifisches Fachwissen. Deshalb ist es für mich absolut sinnig und notwendig, dass unsere Mitarbeiter mitdenken und daraus gute Entscheidungen ableiten.

Selbst Verantwortung übernehmen

Nicht nur wegen der Transformation, die wir seit Jahren beschreiten, sondern auch wegen des instabilen und sich wandelnden Markts, befinden wir uns seit einigen Jahren in teilweise unbekannten Gewässern. Eine routinierte Krisenbewältigung zu erwarten ist da unrealistisch! 

Trotzdem gibt es ab und zu noch Situationen, in denen Mitarbeiter wie Franz das fordern – dazu braucht es noch nicht mal eine handfeste Krise. Aber: Unsere Mitarbeiter haben inzwischen schon so viel gelernt und sind dadurch fast schon routiniert im Verantwortung übernehmen. Abstimmungsprobleme bei Urlaubsplanungen beschäftigen uns wirklich nicht mehr. Da müssen schon dickere Dinger kommen.

To be continued … 

 

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