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Unternehmerisches Denken kommt von ungefähr

„Change-Management – Was soll das denn eigentlich heißen? Das ist doch reiner Berater-Sprech, mit dem Sie keinen Unternehmer begeistern!“ Bei Aussagen wie diesen horche ich natürlich auf. In diesem speziellen Fall hatte sich die versammelte Mannschaft einer Unternehmersitzung nach dem Vortrag einer Beraterin zu Wort gemeldet. 

Ein Grund für mich zu schauen, wo der Hase begraben liegt, wo der Schuh drückt und warum alles nach New Work und Agilität schreit und sich dann doch so gegen Veränderung sträubt. Und was Unternehmer wirklich wollen.

Mitdenken erwünscht

Natürlich gehe ich aufgrund meiner Geschichte bei Heiler mit ganz anderen Antennen durch die Unternehmenswelt als viele andere. Aber wenn ich mit Unternehmern spreche, wünschen sich diese durch die Bank weg: Ihre Mitarbeiter sollen unternehmerisch mitdenken. Allein was diese gleichen Unternehmer nach wie vor stiefmütterlich behandeln, ist die Frage, was ihre Mitarbeiter benötigen, um dieses unternehmerische Denken tatsächlich einzubringen. Meine einfache Antwort darauf: alles und nichts.

Jeder Mensch, jeder Mitarbeiter bringt dieses Denken von vornherein mit. Das Problem allerdings ist, dass Unternehmen diese Fähigkeit kaputt machen, sobald sie mit Anweisungen, starren Prozessen und Kontrollen um sich werfen. Die meisten Führungskräfte und Unternehmer nervt es, kritische oder wissbegierige Fragen ihrer Mitarbeiter zu beantworten. Insgeheim sollen diese schließlich ihre Arbeit erledigen und nicht denken. Und doch fordern Sie unternehmerisches Denken? Wie geht das zusammen?

Den Menschen sehen

In meiner Wahrnehmung stelle ich fest, dass viele Unternehmer entgegen ihrer Einstellung im Business einen gleichen Denkfehler in ihrem Privatleben nie machen würde. Insofern würde ich ihnen nie vorwerfen, bösartige Absichten zu verfolgen – auch wenn sie bei ihren Mitarbeitern schnell als Diktatoren verrufen sind. Es ist das klassische Unternehmertum, das sich mit Themen wie unternehmerischem Denken der Mitarbeiter und Eigenverantwortung beißt. Sie sind ständig im Konflikt, ihr menschliches und ihr kaufmännisches Wesen unter einen Hut und auf einen Nenner zu bringen. Sie wissen sich nicht zu helfen und versuchen dann, mit Anweisungen, Weisungsbefugnis und Kontrolle ihr Unternehmen zu steuern. Weil sie glauben, kein anderes Konzept zur Verfügung zu haben.

Ihr Privatleben allerdings gibt ihnen dieses Konzept bereits vor. Kaum ein Unternehmer geht im Privaten durch die Welt und spricht eine Anweisung nach der anderen aus. Nur Psychopathen würden im privaten Umfeld versuchen, durch systematische Kontrolle – flankiert durch entsprechendes Feedback wie Lob oder Sanktionen – die Umsetzung ihrer Ideen zu erzwingen. Unsere Mitarbeiter bei Heiler beweisen ganz klar, dass das Ammenmärchen, Mitarbeiter würden nichts schaffen, wenn ihnen nicht gesagt wird, was sie zu tun haben, genau das ist: ein Ammenmärchen. Sie zeigen, dass jeder Mensch logischerweise in der Lage ist, sein eigenes Leben zu gestalten – und dass dafür Freiheit und Offenheit notwendig ist und dass jeder Fehler machen kann und darf. 

Ein neuer Horizont

Neue Aspekte der Unternehmenswelt wie Unternehmensdemokratie, agiles Projektmanagement oder auch Change-Prozesse bedingen, dass ich meinen Mitarbeitern die Freiheit gebe, die ich ihnen auch privat jederzeit zugestehen würde. Und dass ich Vertrauen habe. 

So sehe ich tagtäglich, dass jeder Mensch unternehmerisches Denken mitbringt. Erst mit diesem Verständnis löse ich den Konflikt zwischen kaufmännischem und menschlichem Denken und gebe meinen Mitarbeitern die Möglichkeit, dieses gewünscht unternehmerische Denken selbstständig einzubringen. Und eröffne ihnen und meinem Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, erfolgreich zu wachsen. 

 

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