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Die Unternehmenskultur der Zukunft

In den letzten Wochen habe ich auf vier verschiedenen Veranstaltungen gesprochen. Alle zum Thema Unternehmenskultur. Konkret ging es um Digitalisierung, veränderte Märkte, Fachkräftemangel, New Work und um die Frage: Was für eine Unternehmenskultur brauchen wir heute, um die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten? 

Drei der Veranstaltungen richteten sich an Mitarbeiter, Führungskräfte sowie Unternehmer – und eine an BWL-Studenten. Nach den Sessions gab es jeweils eine Diskussionsrunde und persönliche Gespräche. Und die waren besonders aufschlussreich.

Altes Denken, neues Denken

Bei fast allen Vorträgen, die ich hielt, sah ich, wie einzelne Zuhörer die Stirn runzelten. Und genau diese Leute brachten bei der Diskussionsrunde dann Bemerkungen wie diese: „Aber die Investition in eine neue Maschine, die können Sie doch nicht dem Mann an der Säge überlassen. Er kann doch Risiken und Kosten gar nicht abschätzen! Sowas entscheidet doch sicher auch bei Ihnen der Abteilungsleiter, nicht wahr?“

Eben nicht. 

Die einzige Gruppe, die in meiner Schilderung keine Widersprüche sah, waren die Studenten. Sie waren in ihrem Denken völlig frei und unvoreingenommen. Sie sponnen die Gedanken aus dem Vortrag einfach weiter und stellten interessierte Nachfragen. Die Nicht-mehr-Studenten waren wiederum oft vom klassischen Unternehmenssystem so stark geprägt, dass all ihre Aussagen unter die Überschrift passten: „Das macht man doch so nicht!“ Und bei diesen gedanklichen Do’s und Dont’s gab es immer wieder eine Konstante.

Wer entscheidet?

Jeder, der nicht zur Gruppe der Studenten gehörte, hatte den Glaubenssatz: Entscheiden kann nur die designierte Führungskraft – allen anderen fehlt die Kompetenz dazu. Und dieser Glaubenssatz, der ist nach wie vor in über 90 Prozent der Unternehmen präsent.

Eigentlich ist das schizophren: Wir trauen jedem erwachsenen Menschen zu, in seinem Privatleben Entscheidungen zu treffen, aber im Unternehmen sprechen wir ihm diese Fähigkeit ab. Die Denkmodelle der Aufklärung und des Humanismus funktionieren im Privaten hervorragend. Im Business sollen sie dann aber nicht mehr greifen? Warum eigentlich nicht?, fragt der gesunde Menschenverstand. 

Arbeiten wie die Erwachsenen

Wir bei Heiler glauben, dass jeder erwachsene Mensch dazu in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Ob im Business oder im Privaten. Deshalb behandeln wir Menschen auch wie Erwachsene, weil sie es tatsächlich sind. 

Bei uns ist selbst das Personalwesen in Hand der Mitarbeiter. Ich als Unternehmer habe da kein besonderes Entscheidungsrecht. Wie wir zum Beispiel damit umgehen, wenn ein Einzelner möchte, dass ein Mitarbeiter unbedingt geht, das Team aber dagegen ist, das können Sie in unserem Buch nachlesen.

Fakt ist jedenfalls: Es funktioniert! Wenn die Verantwortung nicht bei einigen wenigen formalen Führungskräften liegt, sondern bei denjenigen, die im Team die Arbeit machen, dann erst entsteht eine Kultur der Verantwortung im Unternehmen. Weil jeder weiß, dass er Verantwortung übernehmen muss für das, was er täglich tut. Und diese Verantwortung ist es, die Menschen in die Freiheit bringt und in der Arbeit Sinn stiftet. Insofern ist die Kultur der Selbstverantwortung die Unternehmenskultur der Zukunft. 

Sie wollen die besten Mitarbeiter für Ihr Team? Dann geben Sie jedem einzelnen in Ihren bestehenden Teams die Entscheidungsmacht. 

 

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