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Im Wechselbad der Gefühle – oder: auf Du und Du mit der Eigenverantwortung

In einem Interview wurde eine Mitarbeiterin neulich nach Ihren Erfahrungen in den letzten Jahren des Wandels bei der Alois Heiler GmbH befragt. Besonders ins Auge stach mir dabei ihre Antwort im Hinblick auf den Umgang mit Freiheit und Eigenverantwortung. Während sie es anfangs toll fand und dachte, nun könne sie diverse Dinge selbst entscheiden, schlug dieses Gefühl des Wohlgefallens doch recht schnell um. Denn sie merkte, dass viel mehr dahinter steckt als gedacht und Eigenverantwortung anstrengend und schmerzlich sein kann.

Und doch ist sie nach wie vor ein Teil von Heiler – mit Überzeugung. Denn das Blatt wendete sich noch einmal ganz gewaltig.

In aller Munde

Alle Welt – und Unternehmen im Besonderen – schreit danach, dass Mitarbeiter unternehmerisch denken und die Interessen ihres Unternehmens jederzeit im Hinterkopf behalten sollen. Als Geschäftsführer der Heiler GmbH ging es mir nicht anders und so lagen mir Freiheit und Eigenverantwortung meiner Mitarbeiter schon lange am Herzen. Warum? Weil ich die Beobachtung gemacht hatte, dass klassisch hierarchische Unternehmen einiges dafür tun, dass genau dies – unternehmerisches Denken nämlich – bei ihren Mitarbeitern nicht gefördert, sondern eher noch reduziert wird.

Denn je mehr Vorgaben, desto mehr Abläufe in Form eines Schema F und weniger Freiheit erfahren Mitarbeiter dieser Unternehmen. Am besten noch gekoppelt an Bonuszahlungen, wenn sie eine bestimmte Zahl von Kontakten oder eine vorgegebene Fahrleistung am Tag erreicht haben. Eigenständiges Denken und Verantwortungsbewusstsein? Fehlanzeige! Unternehmerisches Denken und Bewusstsein für das große Ganze des Unternehmens? Woher denn?

Nicht von ungefähr

Aber genau das sollte sich bei Heiler ändern – mehr Eigenverantwortung und Freiheit war die Devise. Dass dies nicht über Nacht und nicht ohne Verluste umzusetzen ist, mussten auch wir schmerzlich erfahren. Schließlich mussten alle Mitarbeiter erst einmal lernen, mit dieser neu gewonnenen Freiheit und der steigenden Eigenverantwortung umzugehen. Und glauben Sie mir, das war kein leichtes Unterfangen.

Doch wir kamen gemeinsam vom Regen in die Traufe: Heute kommt kein Mitarbeiter mehr auf die Idee, den Chef zu fragen, ob er in Monat X zwei Wochen in den Urlaub gehen kann. Themen wie Urlaub, die Arbeitszeitenregelung, der Einstellungsprozess oder die Teamentwicklung liegen in Gänze in den Händen der Mitarbeiter. Und dabei durften Gebhard und ich dann eine ganz besonders erfreuliche Beobachtung machen.

Dem Unternehmen verbunden

Mit dem Mehr an Freiheit und Verantwortung erhöhte sich auch die Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen. So stellte das Team beispielsweise vor einiger Zeit fest, dass wir die Ausstellung besser nutzen und dafür die Ausstellungszeiten den Besucherzahlen anpassen müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Ausstellungsräume an Werktagen bis 18 Uhr geöffnet, doch – wie sich herausstellte – waren die Abendstunden sowie der Samstag von besonderer Wichtigkeit.

Gesagt, getan: Die Mitarbeiter beschlossen in Eigenverantwortung, dass sie die Öffnungszeiten am Abend verlängern und auf den Samstag ausweiten müssten. Und nun mal Hand aufs Herz: Welcher Mitarbeiter, der sich in einem Unternehmen nicht wohlfühlt, entscheidet aus freien Stücken, auch am Wochenende zu arbeiten? Hätte ich oder eine Führungskraft den Mitarbeitern dies auferlegt, ohne sie in den Prozess einzubinden, hätten wir dies nie durchgebracht – schon gar nicht ohne Protest und Diskussion. So hatte das Team die Notwendigkeit erkannt und im Interesse des Unternehmens entschieden.

Unvorstellbar

Nach diesem Wechselbad der Gefühle profitieren heute alle Beteiligten – Mitarbeiter wie Kunden – von den Früchten der Eigenverantwortung: mehr Freiheit, mehr Nachhaltigkeit, mehr Qualität. Und so schloss besagte Mitarbeiterin ihr Interview mit einem sehr erfreulichen Fazit: Heute könne sie sich nicht mehr vorstellen in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem ein Abteilungsleiter Berichte einfordert und Vorschriften macht. Durch die Eigenverantwortung und ihr unternehmerisches Denken fühlt sie sich persönlich mit der Alois Heiler GmbH verbunden.

Eine Bilanz, die den langwierigen Lernprozess allemal wett macht.

 

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