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Warum ich nichts von New-Work-Seminaren halte

Nicht nur dank der DSGVO sieht es in Ihrem Postfach vermutlich gerade ähnlich aus wie in meinem: Newsletter über Newsletter von den großen Seminaranbietern. ZFU, Quadriga, Kienbaum und wie sie alle heißen. Und durch die Bank möchten sie Ihnen den absolut brandneuesten Seminar-Content verkaufen zu: New Work natürlich!

Wozu die klassischen Seminaranbieter bis vor fünf Jahren noch nichts in petto hatten, dazu finden sich nun ganze Ansammlungen schöner Umschreibungen von New Work: Agilität, Digital Leadership, Schwarmintelligenz … Und kein Wunder. Schließlich versucht praktisch jedes große Unternehmen inzwischen, zumindest „ein bisschen was“ in Richtung New Work zu entwickeln. Schade nur, dass es so niemals klappen wird.

Voll im Trend

Nun möchte ich gar nicht den Buhmann spielen, im Gegenteil. Natürlich ist es schön, dass New Work es als Thema in die Medien und viele Unternehmerköpfe geschafft hat. Ich empfinde es sogar als schöne Bestätigung, dass ich mit Gebhard nicht mehr alleine auf weiter Flur bin, New Work konsequent im Unternehmen zu leben. Als wir unser New-Work-Baby vor sechs Jahren ins Rollen brachten, hätten wir uns nicht träumen lassen, damit einmal im Megatrend zu liegen.

Aber die reine Erkenntnis, dass New Work „ein Riesending“ ist, genügt eben nicht. Genauso wie sich kein Unternehmen auf einmal auf New Work umpolen kann, indem es seine Mitarbeiter in wichtig klingende Seminare steckt.

New Work ist eine grundlegende Entscheidung, kein Stückwerk.

Großbaustelle New Work

Selbstverständlich müssen die renommierten Seminaranbieter New Work als aktuelles Interesse der Unternehmerlandschaft abbilden. Aber was bringt ein Seminar zur Unternehmensdemokratie oder ein kleines Team ohne Hierarchien, wenn das Gesamtkonzept, das grundlegende Denkmuster noch nicht im Unternehmen angekommen ist? Einzelne Mitarbeiter ins Seminar zu schicken oder ihnen ein Buch über New Work zu schenken, kommt nur einem klitzekleinen Baustein gleich.

Da können Sie genauso gut einen Tischkicker in den Aufenthaltsraum stellen und erwarten, dass es im Team ab jetzt erfolgreich menschelt.

Nein, New Work ist eben kein Stückwerk, sondern muss im ganzen Unternehmen aufgezogen und angepackt werden. Auch wenn das am Anfang ganz schön Respekt einflößt.

 

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