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Transformation ist nicht einfach eine Methode

Okay, Reinhold Messner hatte mehr Zuhörer als ich. :-) Das wird Sie nicht wundern. Aber ich war über die Resonanz auf meinen Vortrag beim letzten Change Congress in Berlin überwältigt. 

Bei Publikum hatte sich herumgesprochen, was wir mit der Transformation der Alois Heiler GmbH hin zu normaler Führungslosigkeit gewagt haben. Somit konnte ich mich über rege Teilnahme und Fragen freuen: „Wie agil sind Sie? Wie „scrum“? Oder machen Sie in Lean Management?“ Fragen, die Ihnen beim Lesen unseres Buches oder meines Blogs vielleicht auch schon in den Sinn gekommen sind.

Ich nutzte auf dem Kongress die Gelegenheit, um im Gespräch deutlich zu zu machen: Die Transformation der Alois Heiler GmbH ist nicht einfach eine neue Methode, sondern viel mehr. 

Das ist schick

Scrum, Agil, Lean Management, New Work – das ist jeweils eine Methode, um in einem Unternehmen effizientere Prozesse anzustossen. Und als solche passen diese Methoden auch zum Ansatz, den Gebhard und ich bei der Alois Heiler GmbH umgesetzt haben. Der Slogan von der „Neuen Arbeit“ ist uns sympathisch. 

Aber es ist gleichwohl nur ein Slogan – und als solcher wird er mittlerweile auch gerne von Unternehmen als Marketinginstrument benutzt, um zu zeigen, wir sind „schick“, wir sind up-to-date. Aber bei genauerem Blick sind es nur einzelne Abteilungen, die auf diesen „Change“ setzen, die sich „neu“ ausrichten. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Vor allem die tradierten Hierarchien bleiben. „Neue Arbeit“ wird hier zum reinen Buzzword.

Schlank heißt nicht „transformiert“

Wenn Sie Ihre Organisation, Ihr Unternehmen, Ihre Abteilung verschlanken, wie es die Methode des Lean Management anstrebt, bedeutet das nicht, dass Ihr Unternehmen sich auf eine Weise transformiert, wie wir es bei Heiler gemacht haben. Hierarchien abbauen, wie wir es getan haben, ist etwas gänzlich anders als eine „schlanke“ Organisation. Wir haben die Unternehmenskultur verändert, das ist für uns die Bedeutung von Transformation.

Wir haben ernst gemacht mit dem Gedanken „Keine Chefs“, es gibt eben keine Hierarchien mehr. Bei Heiler bestimmen die Mitarbeiter eigenverantwortlich über die Methoden, die sie als sinnvoll für das Unternehmen erachten. Sie – nicht ein Chef – treffen strategische Entscheidungen oder entscheiden auch über umfängliche Investitionen in die digitale Zukunft. Bei Heiler gilt: Die Menschen sind wichtiger als das Produkt – Mensch geht vor Kapital. Und somit sind es die Menschen, die bei uns entscheiden, und nicht das Kapital.

Sind Sie Sozialist, Herr Heiler?

Noch eine interessante Frage, die mir gestellt wurde. Nein, ich bin kein Sozialist. Denn Sozialismus ist mit Transparenz nicht vereinbar, und die Change-Prozesse, die wir bei Heiler angestoßen und durchgeführt haben, sind ohne umfassende Transparenz nicht denkbar.  

Im Sozialismus gab es auch immer eine Entscheiderelite. Die gibt es bei uns nicht. Zudem schaffen wir bei Heiler das Eigentum nicht ab (in welcher Form sich das Eigentum schließlich verteilt, ist ein spannendes Thema für einen anderen Tag, vielleicht für den nächsten Change Congress. 

Wir sind nur der Überzeugung, dass der Fokus auf den Menschen, das Vertrauen auf seine Kreativität und auch sein Verantwortungsgefühl zu nachhaltigerem Erfolg führen. 

Renditemaximierung gehört nicht zu unserer Unternehmenskultur. Wir glauben an langfristige, sichere Konzepte. Und diese tiefergehende Umgestaltung der Unternehmenskultur unterscheidet die von uns gelebte Transformationen von oben genannten Methoden. Von der von uns angestrebten Transformation als von einem Tool, einer Methode, zu sprechen, ist so, als würden Sie über Reinhold Messner sagen: Er ist halt ein Bergsteiger.

 

 

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