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Langsam denken, erfolgreich handeln

Wenn es läuft dann läuft’s. Sie schwimmen auf einer Erfolgswelle, die Sie einfach immer weiter trägt. Entscheidungen treffen Sie fast im Minutentakt – und da es schnell gehen muss, kommunizieren Sie diese auch gleich schnell an die Mitarbeiter. Alles okay, funktioniert doch prächtig, oder? Warum sollten Sie was ändern?

Ja, alles läuft prächtig – bis der große Crash kommt. Das Produkt ist fehlerhaft, weil nicht ganz durchdacht oder in der schnellen Abwicklung geschludert wurde. Der Kunde ist erbost und beschwert sich. Oje, der nächste große Auftrag ist in Gefahr!

Oder die Belegschaft rebelliert so langsam, weil sie sich nur noch als hirnlose Ausführungsgesellen sehen. Sie fühlen sich ausgelaugt und nicht genügend gewertschätzt. Was können Sie jetzt tun?

Nicht genug durchdacht

Viele Unternehmen tappen in diese große Falle. In der Erfolgsphase denken sie , dass sie sich langsames Denken – im Sinne von gründlich, reflektiert –  und überlegtes Handeln sparen können, weil es ja gut läuft. Schnelles Denken und schnelle Entscheidungen haben immer noch den Nimbus: Da handelt ein Macher, der hat alles im Griff! Aber das stimmt nicht. Vielmehr lässt schnelles Denken nur den Blick zurück zu. Man greift auf alte Erfahrungen zurück und stellt sich dabei eben nicht den neuen Herausforderungen. Ich bin davon überzeugt: Das gefährlichste, was einem Unternehmen passieren kann, ist, dass es sieben Jahre – oder länger – gut läuft. Denn dann übersehen Sie die Warnsignale! 

Diesen Aspekt des schnellen Denkens vertieft Daniel Kahneman in seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“. Und er warnt vor der Bequemlichkeit des schnellen Denkens. Denn der Zugriff auf unseren Erfahrungsschatz, auf unsere Intuition ermöglicht schnelle Entscheidungen, ohne große Anstrengungen. In unserer heutigen, komplexen Welt werden die dadurch erzielten Entscheidungen der Problem- bzw. Fragestellung aber nicht gerecht. Vielmehr sollte man sich ganz bewusst die Mühe machen, und ganz bewusst das aufwändige, aktive, langsame Denken anwerfen. Nur so hat man die Chance, neue Sachverhalte, für die es noch keine Erfahrungen gibt, richtig einzuordnen und daraus dann die richtigen Schlüsse zu ziehen. 

Das gilt im privaten Umfeld und vor allem für die Unternehmen in der heutigen Zeit. Bei schnellem Denken werden nämlich zwei wichtige Aspekte außer Acht gelassen: 

Es bleibt kein Raum für Innovationen im überhasteten Tagesgeschäft.

Die Mitarbeiter, das Kreativpotenzial des Betriebs, werden zu reinen Ausführungsgehilfen degradiert, ihr wahres Potenzial bleibt ungenutzt. 

Gut investiert

Ich höre schon die Zweifel, die viele Unternehmer hervorbringen werden und die sie vom langsamen Denken abhalten: Können wir uns das überhaupt leisten? Verlieren wir dadurch nicht Aufträge, unsere Wettbewerbsfähigkeit?

In der heutigen Zeit ist doch alles im Wandel, da müssen wir schnell reagieren. Wenn wir das nicht tun, verpassen wir den Anschluss!

Ohne Zweifel: Die Abkehr vom schnellen Denken und Entscheiden verlangsamt mitunter die Prozesse, kostet Zeit und auch Geld. Aber beides ist gut investiertes Kapital, das sich auszahlt. 

Denn offene Kommunikation und langsames Denken gehören zum Transformationsprozess dazu. Nur so können die Mitarbeiter gewinnbringend einbezogen werden und stehen hinter der Veränderung im Unternehmen. Und nur so tritt ihr Kreativpotenzial zutage und kann produktiv im Sinne des Unternehmens genutzt werden. Das hat sich im Change-Prozess unserer Firma bewahrheitet …

Duschköpfe zum Gemeinwohl

In der Alois Heiler GmbH diskutieren wir in der Betriebsversammlung auch strategische Zukunftsthemen, z. B. die Auswirkungen der Digitalisierung. Ein Ergebnis dieser gemeinsamen Denk- und Diskussionsrunden ist ein Konfigurator, der es ermöglicht, den Aufmaß- und Beratungsprozess für unsere Glasduschen vor Ort vollständig zu digitalisieren. Ziel ist es, ca. 80% aller Aufträge vor Ort beim Kunden digital zu erfassen und als Ergebnis einen fertigen kaufmännischen Auftrag sowie die komplette Stückliste und Glaskonstruktion zu erhalten. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf Großteile der Belegschaft: In der Konstruktion werden bald 80% der Aufträge gar nicht mehr aufschlagen. Die gewonnene Zeit wollen wir aber nicht einfach einsparen, sondern in Zukunft besser einsetzen. Wir müssen jetzt auf andere Themen gehen, zum Beispiel die Artikelstammpflege zu verbessern, CAD-Daten zu erstellen, Produktverbesserung und -entwicklung voranzutreiben. 

So ein Change im persönlichen Arbeitsumfeld erzeugt bei manchen Ängste, andere gehen neugierig und voll Tatendrang voran. Aber dadurch, dass die Mitarbeiter bei uns früh ins Boot geholt werden und in der offenen Kommunikation den Entscheidungsprozess selbstständig beeinflussen können, sind die Mitarbeiter bei Heiler grundsätzlich positiv gestimmt. Sie wollen den Prozess, sehen ihn größtenteils als Chance – für die Firma und sich persönlich. 

Die Einbindung aller Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess bei strategischen Fragestellungen sichert die Arbeitsplätze und macht sie erfüllter. Es ist für alle Beteiligten sicherlich anstrengend und aufwändig, führt aber zu sinnvollem, verantwortungsbewusstem Arbeiten, zu unternehmerisch denkenden Mitarbeitern, zu Mitunternehmern. Probieren Sie es aus!

 

 

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