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Wann Kreativitätsprozesse nicht funktionieren können

Kein Unternehmen kommt heute noch daran vorbei, auf irgendeine Weise innovativ zu sein, um Erfolg zu haben. Deshalb interessieren sich immer mehr Firmen dafür, wie sie die Kreativitätsprozesse in ihrem Haus anstoßen, gestalten und steuern können. Wie machen Sie das bei sich? Berufen Sie Kreativ-Meetings ein? Veranstalten Sie Workshops? Stellen Sie besondere Teams zusammen?

Egal was Sie tun: Ich hoffe, Sie übersehen nicht – wie so viele – die zwei wichtigsten Voraussetzung dafür, dass bei Ihnen Kreativitätsprozesse überhaupt ablaufen können.

Kreativitätsprozesse in der Theorie

Es ist gut untersucht, wie ein Kreativitätsprozess regelhaft abläuft. Am Anfang stehen immer zwei Fragen:

  1. Welches Problem wollen wir lösen? Sie machen sich ein Bild von der aktuellen Situation.
  2. Wo wollen wir hin? Nennen Sie es Ziel, Vision oder wie auch immer – Sie brauchen eine grobe Vorstellung davon, was am Ende Ihres Kreativitätsprozesses stehen soll.

Laut Lehrbuch suchen Sie sich im Anschluss ein paar fähige Mitarbeiter aus der zuständigen Abteilung zusammen und los geht die Kreativphase.

Die Erfahrung zeigt: Ganz so einfach geht es nicht.

Was Sie für einen gelungenen Kreativitätsprozess brauchen: Teil 1

Wenn wir bei Heiler vor einigen Jahren feststellten: „Aha, hier besteht Innovationsbedarf“, dann gingen wir zum Beispiel auf unseren Vertriebsleiter zu und fragten ihn: „Was braucht ihr im Vertrieb, um ein bestehendes Produkt besser oder ein neues Produkt verkaufen zu können?“ Auf der Grundlage seiner Aussage wurde ein kleiner Kreis „kreativ“ und erdachte sich eine Lösung.

Wen wir zum Beispiel nicht fragten: die Monteure, die direkt mit den Kunden zu tun hatten, noch mit dem Vertriebsinnendienst, noch mit unseren Aufmaßtechnikern.

Wenn ich das so schildere, ahnen Sie schon die Gefahr, die von diesem Vorgehen ausgeht: Dieser kleine Kreis erarbeitet eine Lösung, die ihm passend erscheint. Ob die Lösung aber zur Organisation passt, ist nicht gesichert.

Das heißt, es ist unabdingbar, dass Sie in solche Kreativitätsprozesse dringend bereichsübergreifend Mitarbeiter einbeziehen. Und noch mehr: Wir beziehen auch unsere Kunden direkt mit ein.

Doch selbst das wird Ihnen nicht zu Innovationen verhelfen, wenn Sie nicht auch die zweite Voraussetzung schaffen.

Was Sie für einen gelungenen Kreativitätsprozess brauchen: Teil 2

Was Sie definitiv nicht in Ihrem Kreativitätsprozess brauchen: Dass auch nur einer der Beitragenden sich überlegt: „Darf ich das jetzt sagen oder fühlt sich dadurch jemand angegriffen?“

Sie brauchen eine extreme Offenheit und so etwas wie eine Kultur des wohlmeinenden Provozierens. Und genau diese wird von Führungskräften häufig verhindert. Da lässt sich der Vertriebsleiter nicht gern von einem seiner Mitarbeiter im Außendienst unter die Nase reiben, dass er die letzten zwei Jahre geschlafen hat. Solange die Führungskraft so etwas als Macht- oder Gesichtsverlust empfindet, wird er den Kreativitätsprozess bremsen.

Herrscht in Ihrer Firma noch ein solch traditionelles Mindset, helfen Ihnen auch die ausgefeiltesten Kreativitätstechniken wie Design Thinking oder Spinnovation nichts: Diese Tools können nur funktionieren, wenn der nötige Freiraum für alle vorhanden ist. In den alten Macht- und Abteilungsstrukturen können sie nicht greifen. Und genau in diesem Konflikt sind meines Erachtens aktuell viele Unternehmen – nicht nur im Innovationsmanagement – und wundern sich, warum ihre Kreativitätsprozesse nicht die Ergebnisse bringen, die sie sich erhoffen …

 

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