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Wenn die Kreativität im Unternehmen gärt

„Kreativität gärt, sie blitzt nicht.“ So behauptet das jedenfalls die Karrierebibel.

Und doch sehe ich – und Sie vermutlich auch – es immer noch oft in Unternehmen, dass Kreativitäts- und Innovationsprozesse nach den alten Schemata ablaufen: Eine kleine Gruppe von zwei, drei Menschen setzen sich in einem abgeschirmten Räumchen ganz top secret und undercover zusammen, mauscheln vor sich hin und tauchen irgendwann mit einem Geistesblitz wieder auf. Und die restliche Belegschaft muss dann begeistert Ahs und Ohs verlauten lassen.

Aber so einfach ist der Prozess um die Kreativität eben nicht. Denn dieses alte Vorgehen birgt um einiges mehr Probleme als Nutzen.

Eingepfercht und aufgezwungen

Nun können Sie an meinem Tonfall und meinen bisherigen Blogbeiträgen vielleicht schon eines ablesen: In der Alois Heiler GmbH stehen wir dann doch eher auf Seiten der Karrierebibel-Meinung. Denn auch wir mussten die Erfahrung machen, dass eine kreative Idee noch so gut sein kann – wenn wir sie in einer kleinen Gruppe entwickeln, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von allen Mitarbeitern bedingungslos akzeptiert wird, sehr gering.

Noch heikler wird die Geschichte gar, wenn die im Kleinen erdachte Kreativität so weite Kreise zieht, dass sie einen Angriff auf oder Eingriff in andere Abteilungen nach sich ziehen soll. Denn stellen Sie sich nun einmal folgende Situation vor: Die Vertriebsmitarbeiter überlegen sich in einem Kreativitätsprozess, wie sie die Lieferzeit eines Produktes halbieren können. Und nun gehen sie mit dem ausgearbeiteten Prozess in die Produktion. Was meinen Sie, welche Botschaft dort zwischen den Zeilen ankommt? „Ihr seid nicht schnell genug, deshalb haben wir das Problem jetzt mal in die Hand genommen.“ Und schon gärt es zwischen Vertrieb und Produktion – allerdings alles andere als die Kreativität.

Die Kreativität der Vielen

Um also genau diesem Machtgerangel vorzubauen, sind wir innerhalb unserer Transformation auch an die Umgestaltung unserer Kreativitätsprozesse gegangen. Heute sitzen bei einer Überlegung wie der Verbesserung der Lieferzeit alle beteiligten Menschen bzw. Teams an einem Tisch: In diesem Fall eben Vertrieb und Produktion. Und dann ist die Kreativität der Vielen gefragt: Die Produktionsmitarbeiter beschäftigen sich mit Kundenanforderungen. Mit diesen wären sie früher nie in Berührung gekommen. Und die Leute aus dem Vertrieb schauen sich Stücklisten und Maschinenbelegung an.

Nur auf diese Weise sind beide Seiten mit der Realität konfrontiert, nur so entsteht ein Bewusstsein dafür, wie verzahnt die Prozesse innerhalb des Unternehmens sind. Wir geben Expertenwissen weiter, statt es auf Inseln in den Abteilungen zu bunkern, wir investieren Zeit und Geld in Mitarbeiterschulungen.

Der ideale Nährboden

Und wenn Sie nun befürchten: „Nein, das könnte in meinem Unternehmen nie funktionieren – wenn da alle mitdiskutieren, entsteht ja noch viel mehr Machtgerangel!“ Da kann ich Sie aus Erfahrung beruhigen: Während sich die einzelnen Mitarbeiter im alten System der aufgezwungenen Ideen und Kreativität mit Ellenbogen behaupten mussten, werden sie im neuen von vornherein gehört und gesehen. Das hat einen ganz wunderbaren Nebeneffekt: Denn in diesen Freiräumen für individuelle Kreativität und Innovation entsteht Selbstverantwortung.

Deshalb lohnen sich Zeit und Geld – sie sind hier genau richtig investiert. Wir können heute sagen: Wir haben eine höhere Liefertreue, Urlaub und Krankheit sind durch das verteilte Wissen auf viele Köpfe abgefedert und jeder Mitarbeiter kann sich auf den anderen und dessen Kreativität ver- und einlassen. Erst so ist regelmäßige Innovation im Kleinen wie im Großen möglich – weil die Kreativität tatsächlich einen Nährboden hat, um zu gären.

 

 

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