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Kein New Work ohne „neuen“ Chef!

„Ich hoffe echt, das ist jetzt heilsam für mich …“ Ich kutschierte einen guten Freund durch die Stadt, der von sich sagte, er sei schon mit einem Bleifuss zur Welt gekommen. Jetzt hatte er drei Monate Fahrverbot und musste erneut zur Fahrschule. Ihm war bewusst, dass er mit seiner Raserei andere und sich gefährdet. „Ich sage mir das wieder und wieder: Fahr langsamer. Aber kaum sitze ich im Auto, dann geht das automatisch, dann drücke ich das Gaspedal durch.“ Währenddessen dachte ich: „Bin ich vielleicht auf der Autobahn hin zu New Work auch manchmal zu schnell unterwegs?“

Und da war er wieder … der Chef!

Zu schnell unterwegs … Ich kam auf diesen Gedanken, weil ich am Morgen dieses Tages wieder einmal in meine alte Chefrolle hineingefallen war. Es gab ein Problem, und ich entschied ad hoc, wie es ein Chef halt so tut. Ich gab die Entscheidung nicht ans Team weiter. Ich war zu schnell unterwegs – und sabotierte somit unsere Arbeit bei der Alois Heiler GmbH.

Das ist etwas sehr Wichtiges, das ich bei Gebhards und meinem Weg zu einer anderen Unternehmenskultur gelernt habe: Es sind die alten Gewohnheiten, die vielen Veränderungen im Wege stehen. Die vernünftige Entscheidung alleine reicht nicht. Nur das Wissen um die Notwendigkeit auch nicht. Das Neue muss eingeübt, zur Gewohnheit werden.

Ich als Chef muss mich also ändern, wenn ich will, dass sich das Unternehmen ändern.

Authentisch sein, Vertrauen schaffen

Wenn in einem Unternehmen neue Muster im Sinne von New Work installiert werden, dann braucht es Vertrauen und Mut. Von der Chefseite her gedacht, liegt die grundsätzliche Frage auf dem Tisch: „Traue ich das den Mitarbeitern zu?“ Und diese Frage verlangt nicht nur ein einfaches „Ja!“ als Antwort, sondern auch die Bereitschaft des Chefs, sich selbst zu ändern: Denn nur so entsteht das notwendige Vertrauen.  

Ich musste an mir arbeiten. Jedes Mal, wenn ich heute in alte Muster rutsche, sabotiere ich die Änderungen unserer Unternehmenskultur. Arbeite ich hingegen an mir selbst, dann merken die Mitarbeiter das, dann wächst das Vertrauen bei ihnen. Das geschieht nicht unbedingt bewusst. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unsere Mitarbeiter das gleich spüren, wenn Theorie (New Work) und Praxis nicht zusammenpassen – und das ich als Inhaber hier natürlich besonders im Fokus bin, liegt auf der Hand.

Einmal Chef, immer Chef

Menschen ändern sich nicht. Dieser Gedanke wird häufig geäußert. Aber es ist möglich. Das sagt die Wissenschaft – und vor allem sagt dies meine Erfahrung.

Es ist nicht einfach: Viel Selbstreflexionen ist notwendig, um sich die eingefahrenen Muster bewusst zu machen und anders als gewohnt zu handeln. Es ist keine Aufgabe für Zwischendurch. Es ist ein langsamer Prozess, um zu vermeiden, dass Entscheidungen entsprechend der bisherigen Gewohnheiten gefällt werden. Es war für mich manchmal auch schmerzhaft gewesen, zu erkennen, wie sehr ich in manchen Situationen immer noch den Chef gespielt habe. In bestimmten Situationen musste ich erst lernen, auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern zu bleiben.

Den alten Chef aus dem Weg räumen

New Work ist keine Kopfsache. Es ist nicht einfach ein Theoriegebäude, das sich überstülpen ließe. Es ist eine – ich glaube sogar – lebenslange Aufgabe, die Achtsamkeit und Vertrauen verlangt. Achtsamkeit bei sich selbst, um nicht in alte Gewohnheiten – „in Raserei“ zu verfallen. Vertrauen, dass dadurch bei den Mitarbeitern entsteht, die sehen, der „Chef“ meint es ernst. Halbheiten führen hier nicht zum Ziel, New Work ist harte Arbeit – auch für mich als Chef, der sein altes Ich, den „alten Chef“ in sich aus dem Weg räumen muss, um den Weg freizumachen für die Transformation des ganzen Unternehmens.

 

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