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Entscheidungsqualität vor Geschwindigkeit

„Herr Heiler, das frisst doch wahnsinnig viel Zeit und damit Geld und Ressourcen. Warum tun Sie das sich und Ihrem Unternehmen an?“, hat mich erst kürzlich ein Zuhörer meines Vortrags gefragt. Mit „das“ meinte er die Unternehmensdemokratie, die wir bei der Alois Heiler GmbH leben. 

„Weil das Entscheidungsqualität bringt – und die zahlt sich aus!“, habe ich ihm geantwortet und ein ungläubiges Grinsen geerntet. Aber es ist tatsächlich so, und ich will Ihnen erzählen, warum das so ist.

Zackzack

Stellen Sie sich vor, Sie brauchen im Unternehmen eine neue Software-Lösung. Die Situation kennen Sie sicher auch aus eigener Erfahrung. Wie läuft die Sache klassischerweise ab? Also, der Bedarf ploppt bei einem der Abteilungsleiter auf. Der reicht seine Anfrage an das beauftragte, kleine Gremium aus zwei bis maximal fünf Leuten weiter. Die machen sich schlau, einigen sich auf eine Lösung und vielleicht sogar schon auf einen Anbieter. Das Lastenheft wird detailliert erstellt und der Preis wird entsprechend verhandelt. Alles klar, die Geschäftsleitung setzt – zackzack – ihre Unterschrift unter den Vertrag, und die Software wird im besten Fall planmäßig geliefert und implementiert. 

Der Mitarbeiter fährt am folgenden Morgen nichtsahnend seinen Computer hoch und wundert sich. Ihm hat keiner gesagt, dass ein neues Programm kommt, geschweige denn, wie er es bedienen soll. Selbst wenn das Management bis dahin alles richtig gemacht hat und eine gute IT-Lösung gewählt hat: Die Welle der Empörung wird riesig sein, der Widerstand vorprogrammiert. Der kann bis zum Totalboykott reichen und das Unternehmen dazu zwingen, die neue Software wieder abzuschaffen. Das mussten auch schon Großkonzerne erfahren, die so Millionenbeträge in den Sand gesetzt haben. 

Bei Heiler haben wir früher übrigens auch schon mit Customized Tools Bruchlandungen hingelegt, weil wir so vorgegangen sind. Aber wir haben daraus gelernt … 

Entscheidungsqualität: Eile mit Weile

Sagen wir als Beispiel: Der Vertrieb wünscht sich, dass er beim Kunden kompetenter und besser aufgestellt auftreten kann. Sie schlagen dazu ein interessantes CRM-System vor, das auch andere Firmen schon verwenden. Daraufhin werden bei uns alle Mitarbeiter befragt und Ideen von allen Seiten aufgenommen. Damit geht ein Expertenteam los und recherchiert. Es verschafft sich einen Überblick über die Möglichkeiten und ruft erneut alle Mitarbeiter zusammen. Die Optionen werden durchgesprochen. Anschließend stimmen alle, die später mit dem System arbeiten werden, darüber ab. 

Zu dem Zeitpunkt der Abstimmung haben sich die Betroffenen schon ein halbes oder ein ganzes Jahr mit der Materie befasst, haben sich gegenseitig kleine Zugeständnisse gemacht und sich auf die Implementierung vorbereitet. Wenn es dann so weit ist, ist die Wahrscheinlichkeit von unerwartetem Widerstand wesentlich niedriger, die einer erfolgreichen Umsetzung wesentlich höher. Das klingt gut, nicht wahr?

Aber …

Ja, bei diesem Vorgehen vergeht mehr Zeit, bis die Entscheidung gefallen ist. Aber was bringt Ihnen eine schnelle Entscheidung, die ein hohes Risiko birgt? Selbst Skeptiker müssen in der Diskussion stets einräumen, dass es kaum IT-Projekte gibt, die in time und in budget umgesetzt werden können. Was Sie sich in der Phase der Entscheidungsfindung auf dem klassischen Weg an Zeit sparen, müssen Sie viel zu häufig in der Implementierungsphase wieder zugeben. Das ist für alle Beteiligten sehr anstrengend. 

Wir haben für uns beschlossen, dass wir es vorziehen, die ein oder zwei Jahre zu warten und dann eine gute Lösung zu haben, die von allen angenommen und genutzt wird. 

Uns geht Entscheidungsqualität vor Geschwindigkeit. Und wir fahren sehr gut damit.

 

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