Aktuelles rund ums Badezimmer

Die Digitalisierung muss menschlicher werden

Und plötzlich ist er da, ganz oben im Unternehmen: Der CDO, der Chief Digital Officer. Der, der dafür sorgt, dass das Unternehmen digital transformiert wird. Der, der den Mitarbeitern sagt, wohin die Reise der Digitalisierung geht. 

Ich finde: Das wäre für mich der schlimmste Job. Allen sagen zu müssen, dass es anders werden muss. Aber vor allem: Das funktioniert so nicht.

Mit iPad statt Papier ist es nicht getan

Aktuell benutzen wir bei der Alois Heiler GmbH von der Beratung bis zur Montage 13 Softwaretools. Das ist eine Menge Holz. Oft genug erfassen wir Daten zunächst auf Papier, dann erst geben wir sie ins System ein. Da entstehen zusätzliche Fehlerquellen – und Kosten. Somit ist klar, dass an der Digitalisierung kein Weg vorbeigeht.

Aber viele Menschen haben Angst vor der Digitalisierung. Fürchten um ihre Jobs. Zweifeln an ihrer Kompetenz. Fürchten sich vor Veränderungen. 

Vor diesem Hintergrund Digitalisierung von oben einführen zu wollen, kann nicht funktionieren. Weil die Mitarbeiter sich sperren. Unmotiviert sind. Weil Ängste ihre Produktivität lahmlegen. 

Ein Unternehmen kann nicht erfolgreich sein, wenn die Mitarbeiter nicht mehr mitarbeiten, weil die Veränderungen ihres Arbeitstages sie überfordern.

Deswegen ist es nicht damit getan, Papier durchs iPad zu ersetzen.

Bloß nichts verändern …

Die Digitalisierung greift massiv in den Arbeitsalltag der Menschen ein. Ein so massiver Eingriff kann nur von Erfolg gekrönt sein, wenn der „Faktor Mensch“ berücksichtigt wird. Wenn Sie also alle Beteiligten mit ins Boot holen.

Mir ist schon klar, dass nicht jeder im Unternehmen ein so großer Freund von Veränderungen ist wie ich. Menschen tun sich schwer mit Veränderungen – das ist eine Tatsache, die nicht einfach vom Tisch zu fegen ist. 

Gebe ich Mitarbeitern, die auf dem Status quo verharren wollen, die Macht, die Prozesse zu blockieren, dann ist es Essig mit der Zukunftsfähigkeit …

Aber bedeutet das im Umkehrschluss, dass ich diese wichtigen Veränderungen „von oben“ einführen muss? Etwa durch einen CDO? 

Ich denke, auf keinen Fall. Gerade dann, wenn ich so ein wichtiges Thema wie die Digitalisierung angehe, ohne die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen, gebe ich Mitarbeitern, die Angst vor Veränderungen haben, die Macht, alles zu blockieren.

Unsere gemeinsame Reise zur Digitalisierung …

Derzeit suchen wir bei der Alois Heiler GmbH Softwarelösungen, die zu den zukünftigen Herausforderungen passen. Das ist eine riesige Investition. Geschätzt wird die Arbeit von 80 % der Mitarbeiter von diesem Digitalisierungsschritt beeinflusst werden. Damit diese riesige Investition sich lohnt, müssen wir, bei allem Fokus auf die Geschäftsprozesse, die betroffenen Mitarbeiter auf diese Reise mitnehmen. Wir müssen von Anfang an ganz offen über Ängste reden können und gemeinsam dafür sorgen, dass in diesem Projekt jeder seinen Beitrag leisten kann.

Deswegen verordne ich hier bei der Alois Heiler GmbH keine Digitalisierung von oben, sondern mache es mir zur Aufgabe, dass alle die Notwendigkeit verstehen. Das ist der Weg zum Erfolg. Das zeigen uns die ganzen Erfahrungen der vergangenen Jahre, seit Gebhard und ich begonnen haben, uns über einen führerlosen Betrieb Gedanken zu machen. 

Wir sind erfolgreich mit unserem Weg, die Verantwortung auf alle Mitarbeiter zu verteilen und ein Zusammenarbeiten auf Augenhöhe zu pflegen.

Und um diesen Erfolg in Zukunft auszubauen, sind alle Mitarbeiter bei uns mit im Boot. Digitalisierung ist unser aller Projekt. Digitale Transformation ist eine Reise, die wir gemeinsam antreten.

 

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1 KommentarJetzt kommentieren

  • Die Menschen, die ich kenne, haben keine Angst „vor der Digitalisierung“, sie setzen alle angstfrei Elektronik ein. Sie haben „Angst“, wenn man das so nennen will – „Bedenken“ wäre ein besseres Wort – vor einer schlecht gemachten „Digitalisierung“.

    Das erste und wohl auch größte Bedenken ist, dass „die Digitalisierung“ nicht richtig funktioniert, dass die Software nicht durchdacht ist, dass die Mitarbeiter nicht geschult werden, dass das System einfach nicht funktioniert und man nachher mehr Arbeit hat als vorher. Dass die Effizienz des CDO daran gemessen wird, wie viel Geld er an den Maßnahmen gespart hat, und nicht daran, wie viel Geld er damit gespart hat. Wenn man den Einkäufer für Werkzeug daran messen würde, wie viel Geld er am Werkzeug spart, dann hieße es bestimmt auch bald: „Die Menschen haben Angst vor Werkzeug.“ Nein, sie haben „Angst“ vor schlechtem Werkzeug – „wohl begründete Bedenken“ wäre ein besserer Ausdruck.

    Dazu kommen andere Punkte: „Wissen ist Macht“ sagt man, und die „Digitalisierung“ sammelt Informationen, sammelt Wissen, sammelt Macht. Wird dieses Wissen den Mitarbeitern dienen, ihnen die Informationen bringen, die sie für ihre Arbeit brauchen? Oder nur dazu, die Mitarbeiter besser zu überwachen? Das Thema „Vertrauen und Überwachung“ ist komplex, aber wenn man über Ängste redet, dann ist das ein Punkt.

    Dazu kommt die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes. Wenn man effizienter arbeitet, dann braucht man weniger Mitarbeiter für die selbe Arbeit. In meinem Umfeld waren es in der Regel zu wenig Mitarbeiter und sie mussten mehr Überstunden machen, als ihnen lieb war. Insofern war das in meinem Umfeld kein Thema, in anderen Bereichen wird das wohl tatsächlich eine Angst sein. Und ja, beim Verlust des Arbeitsplatzes ist „Angst“ das richtige Wort.

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